Was sind Depressionen und Angstzustände ?

Depressionen und Angst kann jeden Menschen befallen, egal in welchem Alter er sich befindet, oder in welcher gesellschaftlichen Schicht er sich aufhält.

Da geht es auch schon los:
Wieder ein Vergleich und eine unglückliche Wortwahl: „gesellschaftliche Schicht“
Darüber könnte ich mich gleich mal aufregen, denn was soll das heißen, gesellschaftliche Schicht?
Gibt es denn sowas wie eine Oberschicht, Mittelschicht und Unterschicht zwischen den Menschen?

Ja, klar, werden Sie sagen, zumindest bilden es sich die meisten Menschen ein.
Und das ist schon einer der Punkte, die etwas mit Depressionen zu tun haben.

Denn kaum ein Mensch fühlt sich in seiner eigebildeten Schicht richtig wohl:

Der denkt, er wäre Unterschicht, möchte es nicht bleiben, weil er sich eine Verbesserung seines Lebens erhofft.
Aber alle Anstrengungen, gesellschaftlich aufzusteigen, sind oft vergebens, und nach einiger Zeit gibt er frustriert auf und fügt sich in sein Schicksal.
Oder eben nicht, er wird nachdenklich, sieht keine Verbesserung mehr in seinem Leben und neigt dazu, depressiv zu werden.

Menschen, die sich zu einer gedachten Mittelschicht zählen, haben sogar noch größere Probleme. Erst einmal wollen sie auch nach oben, in die Oberschicht gehören.

Die ist nun allerdings ziemlich abgegrenzt, aus eigener Kraft kommt man da nicht hinein.
Und die Leute, die sich zu dieser Oberschicht zählen, achten darauf, daß das auch so bleibt.

Allerdings haben diese Menschen in ihrer Mittelschicht auch das Problem, daß sie ja sogar nach unten abrutschen könnten.
Sei es durch den Verlust ihres hoch angesehenen Arbeitsplatzes, einer Fehlkalkulation und folgender Insolvenz, oder aber einfach durch einen tragischen Unglücksfall, bei dem sie all ihr angespartes Hab und Gut verloren haben.

Davor Angst zu haben kann schon ganz schön hoher Stress sein, und Stress ist auch bekanntlich eine Ursache für Depressionen, wenn er nicht als solches erkannt und behandelt wird.

Auch hier ist eine Depression wieder nicht die Ursache, sondern die Auswirkung.
Depressionen sind fast nie Ursache für Depressionen, außer im letztem Stadium vielleicht, es gibt immer andere Gründe, die eine Depression erst auslösen.

Nun zur Angst der selbst ernannten Oberschicht.

Dort ist natürlich auch immer die Befürchtung vor einem Absturz vorhanden, aber meistens nicht so stark, weil sich diese Menschen durch ihre  Beziehungen doch einigermaßen etabliert haben.

Um sich dennoch hervorzuheben, müssen diese Menschen schon etwas Außergewöhnliches erreichen, um sich Respekt bei ihren Gleichgesinnten zu verschaffen.
Das ist nicht einfach und mit viel Stress und Arbeit verbunden.

Ja, auch die Oberen haben Stress und müssen arbeiten, mehr vielleicht noch als jeder andere in der Gesellschaft.
Denn dort zählt nur der Erfolg, und versuchen Sie mal, ein Unternehmen mit 2 Milliarden Jahresgewinn zu steigern, daß daraus 4 Milliarden werden!
Nur weil andere, von denen Sie aber auch wiederum abhängig sind, es von Ihnen erwarten!

Das ist es, was ich im ersten Satz meinte:

„Depressionen und Angst kann jeden Menschen befallen, egal in welchem Alter er sich befindet, oder in welcher gesellschaftlichen Schicht er sich aufhält“

Damit ist erst einmal geklärt, daß Sie mit Depressionen nicht alleine dastehen, und egal wie weit Sie sich entwickeln wollen, Sie werden immer wieder auf diese Gefahr stoßen.

Nun müssen Sie nicht gleich noch depressiver werden, denn den meisten Menschen interessiert dieses ganze Gequatsche nicht, und sie machen sich auch deshalb nicht so viele Gedanken.

Sie bleiben in ihrer gesellschaftlichen Schicht, da kennen sie sich aus, da wissen sie, was zu tun ist, und sie tun es.
Da geht der Bauarbeiter eben nach Feierabend ein Bier trinken, der Lehrer oder Beamte geht fein Essen bei einem Glas Wein, und der Konzernchef…?

Nun, der hat keinen Feierabend.
Der hat vielleicht Geld ohne Ende, aber keine Zeit und Freude, es auszugeben.
So möchte ich dann auch nicht enden.

Viele Grüße

Daniel

(aus der Unterschicht)

Depression und Angst

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